点评:Seit 45 Jahren bin ich Stammgast im Vöslauer Thermalbad, also von Kindesbeinen an, und das Bad hat mir immer viel bedeutet und war in den letzten Jahren stets ein vertrauter Ort, ein Stück Heimat für meine Seele, auch wenn ich längst in Wien wohne.
Es sollte gestern, am 4. August, ein Traumtag werden – in meinem Bad und mit Theaterkarten in der Tasche für den Schwimmenden Salon mit Sona MacDonald und Paula Nocker.
Der Tag begann früh, da ein Pracht-Sommertag meine Vorfreude abrundete. Vorfreude auf Schwimmen im klaren Naturquell, nettes Essen im Restaurant, Unterhaltungen mit Bekannten und dann auf den Wechsel von meinem Campingbett direkt auf den Theatersessel – und das nach einer letzten Abkühlung. Perfekt.
Leider lief alles ganz anders ab.
Beim Eintreten wurde ich schon darauf hingewiesen, dass ich trotz 40 Grad um 19 Uhr das Bad verlassen müsse, um dann vor der Türe eine halbe Stunde auf den Einlass zu warten.
Ich erkundigte mich in beiden Restaurants des Bades, ob denn dort Platz wäre, doch wie ich in sehr unfreundlicher Weise erfuhr, war alles ab 18:00 Uhr ausreserviert.
Das Bad füllte sich indes mit unsagbar vielen Gästen, sodass man den Eindruck gewann: „Alles muss rein, Hauptsache, die Kassa klingelt.“
Die Gäste drängten sich förmlich aufeinander, und das Wasser war nachmittags schon eine grüne, undurchsichtige Brühe, sodass man sich schon davor grauste, überhaupt hineinzusteigen.
Beim Restaurant Kabine 21, wo man das Gefühl hat, man müsse sich entschuldigen, dass man für die hohen Preise auch gerne eine entsprechende Leistung hätte, weil das Personal samt dem Chef schon in der Früh sehr schlecht gelaunt ist – kein Guten Morgen, kein Bitte, kein Danke, kein Lächeln. Ok, die Qualität des Essens passt zu den Preisen, aber der Rest absolut nicht.
Viele Vöslauer gehen schon nicht mehr dorthin, und das ist bis zur Badchefin Carina Hochebner bekannt. Aber auch hier dürfte das Wohl der Gäste, die Wertschätzung, das besondere Klima und die Menschlichkeit nicht mehr im Vordergrund stehen. Hauptsache, die Kassa ist voll.
Die Kabine 21 sperrt zudem die Terrasse im Schatten gar nicht mehr für Gäste auf. Die können ja auch zu Mittag in der Mittagssonne vor sich hin braten.
Dieses Lokal stellte gestern groß eine Tafel auf: „Ab 18:00 Uhr geschlossen wegen Veranstaltung (Theatergäste Schwimmender Salon).“
Ok, dachte ich, flexibel und seit 9 Uhr früh fastend gehe ich schnell um 16:30 Uhr essen. Unfreundlich sagte man mir aber: „Na, jetzt gibt's nix mehr.“
Und als ich den Chef darauf ansprach, dass es hieß, ab 18:00 Uhr geschlossen, und ich ja auch Theatergast sei und gerne noch irgendetwas essen möchte – ob er nicht doch Pommes, eine Mannerschnitte oder irgendetwas hätte –, kam wieder unfreundlich: „Na, gibt nix – war halt ein Fehler in der Kommunikation.“
Ich musste dann Freunde aus Vöslau anrufen. Sie mögen mir doch bitte etwas zum Essen ins Bad bringen.
Beide Restaurants haben um 16:30 Uhr kein Service mehr angeboten, außer man hatte Monate vorher einen Tisch für 18:00 Uhr reserviert.
Als mir dann noch die Intendantin über den Weg lief und ich erzählen wollte, wie es einem zahlenden Gast ergeht, ließ mich Angelika Hager einfach mitten im Satz stehen.
Zählte doch die Publicity und das Rampenlicht mehr als die zahlenden Gäste, auf die auch kein Schwimmender Salon in einzigartig intimem Rahmen am Wasser mehr wartete, sondern eine große Wiese, von der die zahlenden Badegäste alle vertrieben wurden, damit noch viel mehr Stühle aufgestellt werden konnten. (Wieder: Qualität egal, die Kassa muss klingeln.)
Die Vorstellung selbst, mit der sich Frau Hager vor Kameras selbstverliebt inszenierte – und das darf ich als Vielfach-Theatergeher und Kenner sagen –, war eine lieblos heruntergestammelte Lesung mit Texthängern, Fehlern, falschen Gesangstönen und einem Gebrüll (Sona), vergessenen Einsätzen, vergessenen Texten, obwohl alles stets in Schriftform vor der Nase lag. Ohne die Tochter von Maria Happel, die professionell die Ausrutscher umschiffte, wäre das gerade einmal als Karneval-Karaoke durchgegangen und nicht als künstlerisch wertvoll.
Zwei Perücken machen keine Marilyn Monroe. Und hätte Monroe, deren Geist nicht eine Sekunde spürbar war, diese Veranstaltung gesehen, hätte sie sich gleich noch einmal am 4. August umgebracht.
Auch gnadenlose Werbung bis in die New York Times macht das Bad nicht zu dem besonderen Ort, der es immer war, sondern zu einem Touristen-Hotspot, zu dem sich auch schon Jugendbanden gesellen, die Kabinen aufbrechen, Gäste bestehlen und eine Security notwendig machen, die dort ihre Runden dreht.
Nach 45 Jahren verabschiede ich mich nun als Gast vom Thermalbad Bad Vöslau.
Es passt zum Zeitgeist, der leider weltweit um sich greift: Quantität statt Qualität.
翻译:45年来,我一直是弗斯劳尔温泉浴场的常客,从孩提时代起便是如此。这个浴场对我意义重大,近年来它始终是我心灵的避风港、一个如同家一般的地方——尽管我早已定居在维也纳。
昨天,也就是8月4日,本应是理想的一天:我能在心爱的浴场里享受时光,口袋里还装着戏剧票,准备去观看由索娜·麦克唐纳和保拉·诺克表演的《漂浮的沙龙》。
这一天起得很早,因为一个美好的夏日天色更加增添了我的期待之情。期待着在清澈的天然泉水中游泳,在餐厅里享用美食,和熟人聊聊天,最后在最后冲个凉后,从露营床直接坐到剧院的座位上——简直完美。
可惜,一切都完全不是这样。
一进门,我就被告知:尽管当时是晚上7点、气温高达40度,我还是必须离开泳池,然后在门口等待半小时才能入内。
我询问了泳池里的两家餐厅。不知那里是否有空位,但我以非常不友善的方式得知,18点之后所有位置都已被预订一空。
与此同时,泳池里挤满了多得数不清的游客,让人产生这样一种印象:“所有人都必须进来,只要能赚钱就行。”
游客们几乎是挤作一团,到了下午,池水已然变成绿色的浑浊液体,让人连下水都望而却步。
在21号小屋餐厅,人们会有这样一种感觉……人们应当道歉——因为价格这么高,自然期望能得到相应的服务;可工作人员连同老板一大早就心情极差——没有“早上好”,没有“请”,没有“谢谢”,也没有笑容。好吧,食物的质量倒是配得上价格,但其他方面则完全不配。
很多沃斯劳尔人已经不再去那里了,这一点连泳池经理卡里娜·霍赫布纳也知道。但即便如此,客人的福祉与尊重似乎依然不被重视。那种特殊的氛围与人情味已不再重要了。只要收银机里有钱就行。
21号包间甚至完全不再为客人开放其阴凉的露台了。反正客人们也可以在中午的烈日下继续受烤嘛。
昨天,这家餐厅特意立了一块大牌子:“18点起因活动关闭(戏剧观众可前往‘漂浮沙龙’)。”
嗯,我想着自己一整天从早上9点起就没吃东西,于是决定16点半赶紧去吃点东西。不过,有人冷冷地对我说:“嗯,现在什么都没有了。”
当我向老板指出,明明写着18点后就关门了,而我作为戏剧观众也希望能吃点东西——问他能不能给我炸薯条、一份Manner饼干或者别的什么——时,对方还是冷冰冰地回答:“没东西可给——只是沟通上出了点差错罢了。”
最后我只好给沃斯劳的朋友们打电话,拜托他们给我送点吃的到浴室里来。这两家餐厅在16:30之后便不再提供服务了,除非客人早在几个月前就预订了18:00的席位。
后来,当我遇到剧院总监并想讲述一位付费宾客的遭遇时,安吉丽卡·哈格尔竟然让我话说到一半就停下了。
显然, publicity和聚光灯下的曝光度比那些付费宾客更重要;对他们而言,等待他们的已不再是那个坐落于水边、氛围极为私密的“水上沙龙”,而只是一片广阔的草地罢了。那些付费入场的观众全都被赶走了,这样就能再摆放更多椅子了。(再说一次:质量无所谓,只要能赚钱就行。)
至于演出本身,哈格尔女士在镜头前自我陶醉地表演——作为经常看戏的行家,我可以这么说——不过是一场毫无用心、念词磕磕绊绊的朗诵:念错词、出错、唱调不准,还有吼叫声(索娜),甚至忘了该登场的时机,也忘了该念的台词。尽管所有内容始终都以书面形式摆在眼前。要是没有玛丽亚·哈佩尔的女儿专业地化解那些失误,这场演出最多只能算是狂欢节版的卡拉OK,算不上具有艺术价值。
两顶假发可造不出玛丽莲·梦露。而那位连一丝灵魂气息都感受不到的梦露,如果看到这场演出,恐怕会在8月4日当天再度自杀。即便是在《纽约时报》上刊登毫不留情的广告,也未能让这座温泉浴场保持其往日的独特魅力,反而使其变成了一个旅游热点。如今,连青少年帮派也聚集于此:他们撬开更衣室、盗窃游客财物,以至于不得不安排保安人员在此巡逻。
45年过去了,如今我以一名游客的身份告别巴德弗斯劳温泉浴场。
这与当今的时代潮流不谋而合——遗憾的是,这种潮流正在全球范围内蔓延:重数量而轻质量。